Archiv für den Monat: Januar 2010

Course: "Gender Diversity Management in Europe 2010"

Course for Experts of Gender Mainstreaming and Diversity Management

May 3 – 7, 2010

The course is based on dialogue and active learning processes and aims at the exchange of experiences and at getting to know best practice examples of the participants for implementing gender diversity into systems and structures of society and organisations. We hereby take into account and will work on the still open question, whether and to what extend Western Gender Main-streaming and Diversity Management concepts offer sufficient transferability to other cultures especially in Central and South-East Europe.

(EU / Lifelong Learning Programme / Grundtvig / DE-2010-1013-001)

Are you interested in taking part? You may apply for Grundtvig funding for this course if ou come from one of the EU countries (except Germany), or from Iceland, Liechtenstein, Norway, Turkey, Croatia or Macedonia. More information
Gender_Diversity2010_Invitationb_DE-2010-1013-001.doc
Gender_Diversity2010_Pre-Registration_DE-2010-1013-001.doc

With regard to the participants' different personal and professional backgrounds as well as to their national and cultural origin, we engage in Gender Diversity Dialogues. Also we will analyse what particular competences are needed for Gender Diversity Management as an integrated approach of Gender Mainstreaming and Diversity Management. The main focus will be on the potentials of the participants as well as of given structures and institutional frames in their countries for changing systems towards more gender diversity equality.

The course is led by Dr. Claudia Neusüß (www.claudia-neusuess.com) and Christian Raschke (www.christianraschke.de).

The Lifelong Learning Programme (LLP) for European co-operation in the field of education and training offers in-service training grants to staff working in the field of adult education (GRUNDTVIG grants). Expenses of a number of participants from several other countries can be covered under certain conditions.

You may send us your pre-registration form via email to gender-diversity@owen-berlin.de until January 10, 2010.

Download: http://owen-berlin.de/html/deutsch/projekte/proj_gender_diversity.html

If you have more questions, please don't hesitate to contact us via e-mail.

Best regards

Brigitte Woerteler

OWEN – Mobile Akademie für Geschlechterdemokratie und Friedensfoerderung e.V.

(Mobile Academy for Gender Democracy and Peace Development)

Anklamer Straße 38

10115 Berlin

Mail: gender-diversity@owen-berlin.de

Tel.: +49 (0)30 – 280 85 41 / 283 22 51

Fax: +49 (0)30 – 283 22 52

TU Berlin: "Unternehmerische Universitäten"

Am 7. und 8. Dezember 2009 veranstaltete der Gründungsservice der TU Berlin eine Konferenz zum Thema „Unternehmerische Universitäten 2009“. Im Rahmen der Podiumsdiskussion beschäftigte ich mich in meinem Beitrag mit der Frage Selbständigkeit als Karriereoption. Weitere Infos unter Gründungsservice

Carina Usko fasst zentrale Ergebnisse der Konferenz zusammen:
Was ist nötig um unternehmerisches Denken an Universitäten stärker zu fördern? Rahmenbedingungen verändern! Damit sich unternehmerisches Denken in den Universitäten etabliert, ist eine Stärkung der Forschung notwendig. Neben der Frage, wie Entrepreneurship aus der Universität heraus volkswirtschaftlichen Mehrwert generieren kann, ist zudem ein stärkerer Fokus auf Entrepreneurship-Education und Ausgründungen zu richten. Auch die interdisziplinäre Kooperation und Organisation von fächerübergreifenden Lehrveranstaltungen sollte verbessert werden.

In diesem Zusammenhang bedarf es grundsätzlich einer Veränderung der Hochschulkultur zu mehr Diversität und es benötigt ein Klima, in dem Entrepreneurship als bedeutsamer Faktor für erfolgreiches Studieren und positive Karriereaussichten gilt. Um diese Ziele zu erreichen, wurde die Einführung eines Wahlpflichtfaches „Entrepreneurship“ oder Pflichtfach „Business-Plan“ genannt, sowie die Einführung von Credit Points, da so eher das Interesse der Studenten von MINT-Fächern geweckt werde.

Zusätzlich sollten Kooperationen mit der Wirtschaft und mit dem Ausland verstärkt, sowie Transferstellen für die Vernetzung von Wissenschaft und Praxis eingerichtet werden. Auch die Zusammenarbeit mit der Verwaltung darf nicht vergessen werden.

Studierende brauchen größere Selbständigkeit. Gründungsförderung sollte sich nicht als ganzheitlicher Rund-um-Betreuung verstehen.

Öffentlichkeitsarbeit

Das Thema Entrepreneurship braucht mehr PR. Dies sollte Auftrag an alle Universitäten sein, die schon Fachbereiche oder Zentren für Entrepreneurship eingerichtet haben und gleichzeitig bei Neugründungen von solchen Einrichtungen berücksichtigt werden. Entrepreneurship muss in die Bildungssysteme und breite Bevölkerung getragen werden, um so das Interesse an der Selbstständigkeit zu wecken und/oder zu stärken.

Genderfokus und Chancengleichheit

Es lohnt sich den Fokus auf Frauen, Akademikerinnen und Alumni zu richten. Gerade in den geisteswissenschaftlichen Fächern zeigen – laut Umfragen – vor allem Frauen vermehrt Interesse, sich selbstständig zu machen. Innovationen an der Hochschule brauchen Chancengleichheit. Ein Netzwerk für Unternehmerinnen in zehn europäischen Ländern wird derzeit geplant und durch das BMBF gefördert werden. Ansprechpartnerin ist Alexandra Blanke (Alexandra.Blanke@bmbf.bund.de).

Insgesamt müssen die Rahmenbedingungen auf die Bedürfnisse von Frauen angepasst werden, um so die Diversität innerhalb des Entrepreneurships zu erhöhen.

Gute Praxis: Stanford Entrepreneurship

Dr. Vera Kallmeyer stellte in ihrem Beitrag die Aktivitäten der Stanford Universität vor. Diese verfügt über ein Jahresbudget von 3,7 Milliarden Dollar für Lehre und Forschung. 2007 wurden 107 neue Lizenzen für Erfindungen aus dem Stanford-Umfeld ausgegeben, drei davon generierten einen Gewinn von einer Millionen Dollar oder mehr.
Stanford hat Unternehmensgeist als Teil der amerikanischen Kultur integriert. Der Freiheits- und Unabhängigkeitsgedanke trägt dazu bei, dass Studierende gern selbstständig werden wollen. Reichtum ist positiv konnotiert und Scheitern ein normaler Prozess, der als Erfahrungsprozess in Kauf genommen wird.

Schon im Kindergarten wird spielerisch die Freude am Risiko erprobt und somit erstes unternehmerisches Denken geprägt. Auch innerhalb der Universität ist Entrepreneurship in allen Ebenen vertreten. ProfessorInnen dürfen sich für eine Tätigkeit in der Wirtschaft oder eigene Start-Ups von ihrer Lehrtätigkeit befreien lassen, Studierende starten eigene Initiativen rund um das Thema Entrepreneurship.

Entstehende Ideen müssen in Standford an die OTL’s (Office of Technology Licensing) weitergegeben werden, die innerhalb kürzester Zeit prüfen, ob diese Ideen realisierbar sind. Sämtliche Ideen die MitarbeiterInnen der Universität für Innovationen oder Start-Ups sind Eigentum von Stanford. Daraus resultieren positive Effekte für die Infrastruktur im und rund um den Campus: Die Gewinne werden geteilt zwischen den OTL’s, dem Ideengeber, dem Fachbereich – was wiederum positiv für die Studierenden ist – sowie an Schulen und in die Forschung gegeben. Da die KMU’s rund um den Campus meist in Vorhaben mit einbezogen werden, entsteht somit auch für sie ein Mehrwert.

Es gibt reale Treffpunkte für das Netzwerken, sämtliche Firmen rund um den Campus haben Kooperations-Vereinbarungen mit der Universität. Aus diesem Grund gibt Stanford auch keine finanziellen Start-Up-Förderungen. Durch das große Netzwerk ist eine außeruniversitäre Finanzierung meist kein Problem.

Fazit

Die bisherigen Einrichtungen von verschiedenen Universitäten, wie das Gründerzentrum der TU Berlin, sind ein guter Start, um Entrepreneurship in den Universitäten zu stärken. Trotzdem gilt es, Bemühungen und PR zu verstärken und den Fokus und das Wissen um Spezifika einzelner Gruppen (Frauen, Alumnis etc.) zu erweitern. Das Beispiel Standford regt an, wie man den UnternehmerIn-Gedanken interdisziplinär und institutionsübergreifend in den Universitäten etablieren kann.

Hochschulen brauchen Bildungsauftrag für Integration

Am 26. November 2009 hatte Prof. Dr. Pakize Schuchert-Güler, Professorin für Produkt- und Preispolitik der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin (HWR) eingeladen, mehr über die aktuelle Situation von Studierenden mit Migrationshintergrund zu erfahren. In einer Runde von ExpertInnen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik diskutierten wir Fragen zur Rolle der Hochschulen in der Integrationsdebatte.

Agnieszka Pawlak, Projektassistentin in meinem Büro hat einige Kerngedanken der Diskussion zusammengetragen. Die Teilnehmenden der Podiumsdiskussion waren sich einig – Deutschland kann es sich nicht leisten, auf Menschen mit Migrationshintergrund und auf ihre spezifischen Potenziale zu verzichten. Viele internationale Unternehmen haben dies längst erkannt.

Dagegen haben Hochschulen in Deutschland diese Potenziale noch kaum erkannt. Zudem verfügen sie über keinen expliziten Auftrag Diversity umzusetzen und Integration zu befördern. Allenthalben fehle es an systematischer Unterstützung. Viele Frauenbeauftragte sehen ihren Auftrag überfrachtet, wenn neue Aufgaben bei gleichbleibenden oder schwindenden Ressourcen hinzu kommen.

Prof. Dr. Pakize Schuchert-Güler mit Recep Bayindir

Auch Lehrende sind gefordert, Studierende mit Migrationshintergrund zu unterstützen. Diesen fehlen insbesondere soziale und Karrierenetzwerke. Mentoring ist deshalb ein wichtiges Förderinstrument. MentorInnen eröffnen Erfahrungswelten. Sie sind Rollenvorbilder, sie geben Kraft und Motivation, neue Wege zu gehen. Sie verfügen über Netzwerke. Auch für die MentorInnen ist die Zusammenarbeit mit ihren >nicht-herkunftsdeutschen< Mentees eine Bereicherung. Wir leben in einer Wissensgesellschaft, die bereits im Kindergarten selektiert und auf Defizite ausgerichtet ist. Stattdessen könnte frühzeitig potenzialorientiert gearbeitet werden. Eine Mentee berichtete, dass Studierende mit Migrationshintergrund sich oftmals ihrer Stärke nicht bewusst seien. Sie denken, sie müssten sich immer erst beweisen. Und sie müssen spezifische Hindernisse überwinden. Sie müssen bei gleicher Qualifizierung mehr Zeit für die Stellensuche aufwenden als AbsolventInnen deutscher Herkunft. Auch im Berufsleben bestehen größere Aufstiegsbarrieren.

Dr. Czarina Wilpert, CN, Prof. Dr. Pakize Schuchert-Güler

Die TeilnehmerInnen der Podiumsdiskussion betonten insgesamt, dass es mehr mediale Beachtung der Erfolge von MigrantInnen und mehr Forschung über Diskriminierungsmechanismen in ihren Wechselwirkungen braucht. Zudem sei der Bildungsauftrag der Hochschulen um den Bereich Integration zu erweitern.

Es diskutierten:
Günter Piening, Integrationsbeauftragter Berlin
Prof. Dr. Havva Engin, Expertin für Migration und Bildungspolitik, FH Bielefeld
Dr. Claudia Neusüss, Gastprofessur TU Berlin, Schwerpunkt Gender Diversity in Wirtschaft und Management
Recep Bayindir, Supervisor AirBerlin und FHW Absolvent
Dr. Susanne Sachtleber, ZONTA International, Mentorin
Celina Gardianczyk, Mentee
Mehmet Mailmail, Mentee
Kontakt: Isolde Drosch, Career Service, Interkulturelles Mentoring-Programm

Mehr zum Programm hier.

Verstärkung: Carina Usko

Carina Usko (27) ist seit Dezember 2009 als Projektassistentin in meinem Büro tätig. Die gelernte Diplom-Politologin und Projektkoordinatorin im internationalen Projektmanagement befasst sich mit den Themen Social Business und Social Entrepreneurship auf nationaler und globaler Ebene. Ihr Hauptaugenmerk liegt dabei in der Herausforderung, soziale und ökologisch nachhaltige Gesellschaftsstrukturen aufzubauen. In meinem Büro befasst sie sich mit Fragen rund um die Themen Social Entrepreneurship, unternehmerisches Denken an Universitäten und Diversity Management.